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Hamburger Literaturexport in Prag - Der Schriftsteller Stefan Beuse liest
11.10.10

Hamburg und Prag feiern 20 Jahre Städtepartnerschaft. Diese Tatsache macht auch vor der Literatur nicht Halt. Zurzeit weilt der Hamburger Schriftsteller Stefan Beuse als Stipendiat des Prager Literaturhauses in der Moldau-Stadt. Am Montagabend wird er für das Prager Publikum lesen. Christian Rühmkorf hat kurz vor der Sendung mit Stefan Beuse gesprochen.

Stefan Beuse, Sie sind der „Hamburger Literaturexport“, der einen Oktober lang Zeit haben soll, in Prag einzutauchen. Am Montagabend um 19:00 werden Sie aus ihrem neuesten Roman „Alles was Du siehst“ lesen und zwar auf dem Wasser, auf dem Moldau-Schiff Nepomuk. Wasser, in dem sich alles auflöst bis hin zu Farben, spielt eine große Rolle in ihrem Roman. Drei Geschichten, die etwas wenig Greifbares miteinander verbindet. Machen Sie uns Appetit!

„Appetit mache ich erst einmal dadurch, dass ich nicht aus dem Roman lesen werde, sondern innerhalb eines Rahmenprogramms, in dem der Leiter des Hamburger Literaturhauses, Dr. Rainer Moritz, einen literarischen Streifzug unternimmt durch die Hamburger Literaturgeschichte, angefangen bei Arno Schmidt bis hin sogar zu mir. Und innerhalb dieses Streifzuges werde ich ein paar kleinere Kostproben meines literarischen Schaffens vorstellen. Ich glaube es ist auch noch eine Schauspielerin dabei. Was genau sie macht, weiß ich nicht. Aber es wird bestimmt ein unvergesslicher und phantastischer Abend auf dem Schiff Nepomuk, weil dieser Fluss ja auch unsere beiden Städte verbindet – Prag und Hamburg.“

Gut, über Ihren neuesten Roman werden wir dann noch mal am Freitag in „Heute am Mikrophon“ sprechen. So ein Schriftsteller in Residence mit einem Kurzstipendium von einem Monat hat es in Prag nicht ganz leicht. Das kann man auch auf ihrem Blog des Prager Literaturhauses lesen. Man wird auf jeder Veranstaltung durchgereicht. Haben Sie dennoch schon ein paar inspirierende Momente in Prag erlebt?

„Na ja, mein Prager Kollege (Josef Moník, Anm. d. Red.) hat mir seinerzeit gesagt, ich könne mich darauf freuen in Prag zu sein, weil in der Innenstadt vor allen Dingen die Geschichte atmen würde. Gerade durch dieses breite, alte Kopfsteinpflaster und die alten monumentalen Gebäude. Da freue ich mich schon sehr darauf, das zu atmen. Aber bis jetzt hatte ich nicht allzu viel Zeit. Das einzig Inspirierende im Moment sind die Hexen, die vor meinem Zimmer den ganzen Tag lang lachen.“

Dann weiß ich auch, wo Sie untergebracht sind: Beim Ovocný trh, beim Obstmarkt, direkt im Zentrum in der Nähe beim Ständetheater. Da werden diese Hexen angeboten.

„Genau, die Touristen klatschen in die Hände und die Hexen lachen den ganzen Tag.“

Apropos Hexen. Hamburg und Prag verbindet eine schon 20-jährige Städtepartnerschaft. Prag gilt – ganz anders als Hamburg - im Allgemeinen als eine Stadt des Düsteren, Unheimlichen. Wie ist ihr Eindruck? Wie sehen zwei Hamburger Augen die Stadt Prag?

„Also der erste erschlagende Eindruck ist, dass in Prag jeder raucht und zwar pausenlos. Zigarre, Zigarillo und Zigaretten. Das ist mir extrem aufgefallen, dass hier die Luft ganz anders ist als in Hamburg. Ich habe hier eigentlich Dauerkopfschmerzen, was nicht gerade begünstigt wird durch die Tatsache, dass in Prag auch rund um die Uhr getrunken wird. Aber ich muss irgendwas mal dagegen tun, sonst sehe ich bald aus wie das berühmte Nationalgericht – wenn das überhaupt ein Kloß ist – aber ich fürchte Schlimmstes.“

Aber das Bier schmeckt?

„Das Bier schmeckt phantastisch, leider.“

Sie haben noch mindestens zwei Wochen, da noch tiefer einzutauchen. Stefan Beuse, herzlichen Dank für das Gespräch.“

Sie können den Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenstervollständigen Artikel auf der Internetseite von Radia Praha nachlesen oder sich dort sogar den entprechenden Ausschnitt aus der Sendung anhören.







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